• Elias

Weiss ich mit 14 Jahren, was ich werden will?

Aktualisiert: 18. Dez. 2021


In der Schweiz schliessen Jugendliche im Alter von 15-16 Jahren die obligatorische Schule ab. Die Berufswahl findet aber schon zwei Jahre früher statt. Nämlich mit 14 Jahren.


Ist der Entscheid für die Berufswahl mit 14 Jahren zu früh, ist er genau richtig, oder gar zu spät? Mit diesem Thema hat die Schweiz schon seit längerem zu tun.


Zum Vergleich. In Grossbritannien treten die Schüler*innen mit 16 Jahren aus der Schule. In Deutschland darf ein Kind vor 18 Jahren nicht in die Berufswelt. Genauso gilt es in Belgien.


Wieso ist das in der Schweiz so anders? Die Swissinfo.ch hat über dieses Thema mit Professor Jürg Schweri im Jahr 2019 gesprochen. Er ist der Meinung, dass eine Berufswahl immer eine Herausforderung sei. Egal ob mit 14 oder 24 Jahren. Er betont damals aber auch, das junge Menschen im Alter von 14 oder 15 Jahren noch dabei seien, ihre Identität zu finden, und das es daher oft ein sehr schwieriger Entscheid sei.


Professor Schweri zeigte damals zwei Optionen auf. Entweder gehen die Schüler*innen weiter zur Schule und verzögern so den Karriereentscheid, lernen je nach dem aber das echte Leben nicht kennen.

Oder die Schüler*innen entscheiden sich für eine Berufslehre, mit dem Risiko die Richtung in einem nächsten Schritt zu ändern.


In der Schweiz ist es möglich nach der Erstausbildung, den beruflichen Weg zu ändern.

Leider ist in vielen Köpfen der Eltern, die noch aus einer anderen Generation kommen, wichtig, dass sich ihr Kind vom ersten Augenblick an, richtig entscheidet. Eine Ausbildung kostet Geld und sollte nicht verschwendet sein. Dadurch geraten junge Menschen oft unter grossen Druck.


Auch wir im treff.LGBT+ haben junge Menschen, die mit diesen Fragen beschäftigt sind.

„Was will ich werden? Wer bin ich überhaupt und kann ich diese Entscheidung jetzt treffen? Ist es überhaupt die richtige Entscheidung? Will ich das gleiche wie meine Eltern?“


Dieser Druck ist sehr hoch, denn er wird von Eltern und Schule vorgegeben.

Wichtig dabei ist, immer auf dich selbst zu hören.

„Was mache ich gerne? Was möchte ich gar nicht?“

Die Auswahl aus 250 Berufen ist nicht einfach und braucht Zeit.

Zeit die junge Menschen oft in der Schule nicht haben. Eine Woche Schnupperzeit ist nicht viel. Oft müssen weitere Schnuppertage in der Schulzeit oder gar in den Ferien genommen werden.


„Ich wünsche mir, dass die Lehrer mehr auf uns eingehen. Sich mehr mit dem Thema Bewerbungen schreiben befassen und uns helfen.“, erklärt uns jemensch aus dem Treff.


Natürlich gibt es immer die jungen Menschen, die genau wissen, was sie werden wollen. Aber für die, welche das eben nicht wissen braucht es Hilfe. Wenn euch die Schule nicht weiter helfen kann, oder einfach zu wenig auf euch eingeht, gibt es in Graubünden das Berufsinformationszentrum (BIZ) an folgenden Standorten:

Chur, Davos, Samedan, Poschiavo, Roveredo, Ilanz, Scuol und Thusis.

Die Beratung ist kostenlos. Hier gehen Menschen in 1zu1 Beratung auf euch ein und hören eure Gedanken und Wünsche an.


Am Ende ist es natürlich ein Entscheid, den nur ihr treffen könnt. Dieser Entscheid muss aber nicht fürs Leben sein. Jeder Mensch ist individuell und so können sich Interessen, Meinungen und Entscheide auch ändern. Ihr habt die Möglichkeit einen anderen Weg einzuschlagen. Wichtig ist, dass ihr glücklich seid, in dem Job, den ihr ausführt.


Wenn du unsicher bist, was du werden willst, und der Druck zu gross ist, hast du jederzeit auch die Möglichkeit mit jemensch aus unserem Team zu sprechen. Natürlich sind wir keine Experten zum Thema Berufswahl, aber wir können euch vielleicht die Angst oder die Unsicherheit nehmen. Euch weiterverweisen und euch so vielleicht den Druck nehmen, der gerade auf euch lastet.


Auf jeden Fall sind wir immer für euch da.



Liebe Grüsse

Elia

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